Die Leipziger Buchmesse 2016 – die Autorenrunde am Samstag (Teil 1)

Hallo, Ihr Lieben!

Nachdem ich an meinem ersten Messetag in Leipzig die Bekanntschaft von ein paar charmanten Sanitätern machen musste, fing mein Samstag mit einem halben Liter Wasser an. Auf ex.

Kurzer Blick in meine Tasche – aha! Meine magische Box ist drin. An der Box ist eigentlich nichts Magisches. Aber sie gewährt Schmerztabletten, Pflastern, Brillenputztüchern, Haargummis, Zahnseide, einem Nagelset, Taschentüchern und einer Dröhnung Aspirin Komplex Unterschlupf. Man weiß ja nie. Auf der Messe haben sowieso alle die Grippe oder einen Pips – dauernd fragt mich jemand nach Taschentüchern. Bisher ist dieser Hauspokal zum Glück an mir vorübergegangen.

Auf dem Weg ins Congress Center Leipzig

Wusstet Ihr, dass man das Bermuda-Dreieck verlegt hat? Wirklich wahr! Das befindet sich jetzt auf dem Messegelände in Leipzig. Man hat es in „Congress Center Leipzig“ (kurz: CCL) umbenannt. Autoren gehen hinein und finden nie wieder heraus!

Das hat allerdings eine logische Erklärung: zu viele Treppen, zu viele ungenaue Schilder. Der Architekt war bestimmt ne rischtisch fiese Möpp. Oder er hatte einen Fetisch für Labyrinthe.

Weil ich aber weiß, dass ich im CCL nicht klarkomme (mit der Orientierung hab ich’s ja wirklich nicht so), hatte ich auf Twitter bereits um Hilfe gerufen. Ich habe nämlich noch keinen Plan für das CCL gefunden, mit dem eine kurzsichtige Maulwürfin wie ich zurechtkäme.

Mein Held in strahlender Rüstung ist – natürlich – Leander Wattig. Er twittert mir en detail, wie ich zum Raum für die Leipziger Autorenrunde komme. So kommt es, dass ich stur auf mein Telefonino starre, während ich von der Glashalle ins CCL gehe.

„Hallo, Jasmin!“

Eine weibliche Stimme. Meister Kenobi ist eine Frau??? WHAT???

Ich sehe auf. Nein, es ist nicht der Geist eines Jedi-Ritters, sondern die Autorin Sabine Wagner.

„Oh, hallo Sabine!“
„Was machst Du?“
„Ich suche die Wegbeschreibung zur Autorenrunde, die mir Leander getwittert hat.“
„Ähm … Jasmin …“
„Hm?“
„Der Raum ist direkt vor Deiner Nase.“

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Spürt Ihr auch die magischen Kräfte des Bermuda-Dreiecks? Im letzten Jahr war das nicht so einfach, den Raum zu finden.

Es dauert nicht mehr lange, dann dürfen wir in den Raum gehen und uns an die Tische setzen. In diesem Jahr erfahren die TeilnehmerInnen sofort, welcher Vortrag an welchem Tisch gehalten wird. Letztes Jahr hat man das immer erst kurz vorher erfahren. Ich finde die Neuerung gut und setze mich schon mal an Tisch 1.

Uuuuaaaaah … Ich weiß, dass es für die Autorenrunde extra WLAN gibt (die Zugangsdaten wurden vorab an die TeilnehmerInnen gemailt) – aber ganz ehrlich: Ich kann selbst mit meinem überstrapatzierten Datenvolumen schneller twittern. Ich kicke das WLAN also wieder und widme mich lieber dem Inhalt meiner Goodie-Bag. Die gab’s am Eingang.

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Cool! Da sind die aktuellen Ausgaben der „Federwelt“ und von „der selfpublisher“ dabei! Hihi … Das heißt, dass jede TeilnehmerIn der Autorenrunde diese Zeitschriften erhält. Da sind Beiträge von mir drin!!! Wenn das nicht mal ein Grund für den Dauer-Grinsen-Modus ist …

10.00 bis 10.30 Uhr: Begrüßung

Yay! Es geht los!!! Der Buchmesse-Direktor Oliver Zille und der Ich-kann-alles Leander Wattig begrüßen uns. Leander fordert uns sogar auf, die Tische nach den Runden ohne Hauen und Stechen zu wechseln.

Bleib cool, Jasmin. Das ist sicher nur ein allgemeiner Hinweis. Er meint nicht explizit Dich. Die dämliche Tante vom letzten Jahr konnte Dir nichts nachweisen … und offenbar hat sie sich in diesem Jahr auch nicht mehr hergetraut. Muahahahahaaa …

Ich schaue mich im Raum um. Ja nee, is‘ klar! Annika filmt schon wieder. Da können wir uns auf ein neues YouTube-Video freuen.

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10.30 bis 11.15 Uhr: 1. Tischgespräch-Runde

An Tisch 1 sitze ich gleich neben der Referentin: Bestseller-Autorin Poppy J. Anderson. Thema: „Selfpublishing: Warum Selbstverleger Malochermentalität besitzen sollten“.

Ich durfte Poppy ja schon ein paar Mal live erleben – sie ist immer total locker und lustig. Auch heute.

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Poppy erzählt uns von ihrem ersten Buch. Sie hat es „einfach mal so“ hochgeladen und hätte gar nicht damit gerechnet, dass irgendjemand das je lesen würde. Das Schreiben hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie nach dem ersten Buch direkt weitergemacht hat – wofür ihr heute viele LeserInnen dankbar sind.

Wir lachen viel, die Zeit vergeht wie im Flug. Ich habe mich für die richtige Tischrunde entschieden.

11:15 Uhr bis 12:00 Uhr: 2. Tischgespräch-Runde

Auf die zweite Runde freue ich mich schon sehr – denn ich werde mich an den Tisch von Anke Gasch setzen. Einige von Euch wissen ja, dass sie die Chefredakteurin der Zeitschrift „Federwelt“ ist – und darüber hinaus ist sie noch ein sehr herzlicher und lustiger Mensch.

Ich habe schon im vergangenen Jahr an Ankes Tisch gesessen. Damals hat sie sich sogar die ganze Pause hindurch Zeit für die Fragen der TeilnehmerInnen genommen und kam selbst nicht zum essen. Damals hab ich sie mit Kaffee und Kuchen versorgt. Gestern habe ich Anke schon gefragt, wie sie ihren Kaffee trinkt – ich hatte schon eine Ahnung, dass sie auch heute nicht dazu kommen wird, sich zu versorgen.

Und wirklich …

„Jasmin, steht Dein Angebot noch? Würdest Du mir bitte einen Kaffee holen?“

Hihi … Ein Kaffee mit Milch für Anke. Kommt sofort! Während sie fleißig weiter Fragen beantwortet, hüpfe ich zum Buffet-Tisch. Ich halte es ja mit dem Prinzip „die Tasse ist ganz bezahlt, nicht nur zur Hälfte!“. Dementsprechend fülle ich das Gefäß auch immer. Manchmal ist da Kleckern inklusive.

Zurück am Tisch, geht’s los. Ankes Thema lautet „Jubelfaust statt grüner Pinguine“. Es ist ein Workshop zur Schreibstimmung.

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Die grünen Pinguine stehen für alle Sorgen und Gedanken, die uns vom Schreiben abhalten. Seien es Geldsorgen oder der Fensterputz. Anke macht ein paar Übungen mit uns. Wir formen negative Gedanken in positive um. Im Ergebnis können wir uns dann etwas sagen wie: „Ich kann es schaffen, ein tolles erstes Kapitel zu schreiben!“

Richtig interessant finde ich, wie sehr unsere Mimik unsere Stimmung und auch die Konzentration beeinflusst. Wir testen das – wenn wir die Stirn runzeln, sinkt die Stimmung und wir können uns schlechter konzentrieren. Daher rät uns Anke, beim Schreiben bewusst zu lächeln. Die Stirn darf man gerne beim Überarbeiten runzeln. Das fördert den inneren Kritiker.

12.00 bis 13.00 Uhr: Mittagspause

Klar: Anke zieht bis in die Mittagspause rein. Sie beantwortet weiter Fragen.

Eigentlich möchte ich mir gerade ein Brötchen holen, als Susanne Kasper vorbeigeht. Ihr kennt Susanne nicht? Solltet Ihr aber! Unbedingt. Abgesehen davon, dass Suse eine total Liebe ist, hat sie auch noch echt Ahnung von der Branche.

In diesem Moment ist Anke mit einem Gespräch fertig. Ich stelle Anke und Suse einander vor. Die beiden versinken in ein Gespräch. Prima. Brötchen!

„Hallo, Jasmin! Schön, dass Du auch da bist!“
„Ach, hallo! Schön, Dich zu sehen!“ – nur gerade jetzt nicht. Hunger!

Zwei Minuten Small Talk. Dann kann ich mich loseisen. Prima. Brötchen!

„Uuuuaaahhh … Jasmin, hast Du vielleicht ein Taschentuch für mich?“
„Natürlich.“

Magische Box gezügt, Taschentuch überreicht. Fertig. Prima. Brötchen!

Um es abzukürzen: Jaaaaa, ich habe noch etwas zu essen bekommen. Ich bin nicht gestorben (tut mir leid für diesen Spoiler).

Nachdem ich abgefüttert bin, merke ich, dass auch mein Telefonino Hunger hat. Ich hab den Akku mal wieder fast leer getwittert. Wo ist Alex mit seinem Handy-auflad-Zauberkasten, wenn man ihn mal braucht???

Mir bleibt nichts anderes übrig: Ich mache ein Sit-in an der Wand. Auf dem Boden. Neben der Steckdose.

So, jetzt muss ich Euch ein bisschen in der Luft hängen lassen. Wenn ich alle Eindrücke von der Leipziger Autorenrunde in einen einzigen Blogbeitrag packen würde, wäre der so lang wie Rapunzels Haare.

… to be continued …

Liebe Grüße
Eure Jasmin