Die Leipziger Buchmesse 2016 – die Autorenrunde am Samstag (Teil 2)

Die Leipziger Buchmesse 2016 – die Autorenrunde am Samstag (Teil 2)

Was bisher geschah …

Ich habe dem Bermuda-Dreieck ins Gesicht gelacht, an den Tischrunden von Poppy J. Anderson und Anke Gasch teilgenommen, zum ersten Mal meinen Handy-Akku leer getwittert und es in der Mittagspause bis zum Buffet geschafft.

Weiter geht’s!

13.00 bis 13.45 Uhr: 3. Tischgespräch-Runde

Nach meinem Handy-Akku-auflad-Sit-in an der Wand habe ich noch kurz Zeit, meinen Autorenwelt-Kollegen Will zu begrüßen. Er leitet jetzt an Tisch 15 selbst eine Runde. Er erklärt seinen TeilnehmerInnen alles rund um unseren neuen Autorenwelt-Shop (habe ich den eigentlich schon mal erwähnt? Der ist toll!).

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An Tisch 13 wartet Katharina Scholz bereits. Sie ist die Vertriebsleitung bei der Seemann Henschel Verlagsgruppe. Ihr Thema heute: „Die dunkle Seite der Macht – oder: Was genau macht der Vertrieb in einem Buchverlag?“

Ich habe das Thema bestimmt nicht nur wegen der Star Wars-Anspielung ausgesucht … Na gut, in die Entscheidung mit hineingespielt hat es schon. Aber AutorInnen sollten sich meiner Meinung nach mit dem Thema „Vertrieb“ auseinandersetzen. Es geht ja immerhin um die eigenen Bücher!

Katharina Scholz beginnt zu erzählen, aber ich höre gar nicht zu. Ich merke nämlich, dass mir schwindelig wird, obwohl ich genug getrunken habe. Darauf habe ich heute ganz genau geachtet. Ich habe auch was im Magen, daran kann es also nicht liegen.

Es ist vollkommen legitim, während der Autorenrunde aufzustehen, um zum Beispiel den Tisch zu wechseln. Das habe ich aber nie gemacht. Erstens suche ich mir meine Tische vorher immer sorgfältig aus und zweitens finde ich das den Referenten gegenüber unhöflich. Aber diesmal mache ich eine Ausnahme.

Ich wechsle nicht den Tisch. Aber ich stehe trotzdem mitten im Vortrag auf und verlasse ihn kurz, um mir etwas zu trinken zu holen. Vielleicht braucht mein Körper an einem anstrengenden Messetag mehr Flüssigkeit? Keine Ahnung. Aber ich kann nicht dauernd bei den schnuckeligen Sanitätern rumhängen. Obwohl … Zippi, beherrsch Dich mal!

Mit einem Glas Wasser kehre ich zum Tisch zurück. Aber es wird nicht besser, mir ist immer noch nicht gut. Vielleicht hab ich mich ja auf der Messe mit der Grippe angesteckt … das wäre ja hammer! Das sind vielleicht Bestseller-Viren von Sebastian Fitzek oder Kerstin Gier! Wenn ich DAS zu Hause erzähle!

Das einzige, das mir von der Vertriebsrunde noch im Gedächtnis geblieben ist: Im März und im Oktober erscheinen wegen der Buchmessen unfassbar viele neue Bücher. In diesem Zeitraum sollte man sein eigenes Werk also nicht publizieren – man möchte ja seine Chance auf Sichtbarkeit nicht schmälern.

Schade, dass ich Katharina Scholz nicht so zuhören konnte, wie ich es gerne getan hätte.

13.45 bis 14.30 Uhr: 4. Tischgespräch-Runde

Für die vierte Runde hatte ich eigentlich geplant, mich an Tisch 10 zu setzen. Thema: „Geheimnisse des Geschichtenerzählens – Oder: Warum komme ich mit meiner Geschichte schon wieder nicht recht voran?“ Referent ist hier Patrick Möller.

Gerne hätte ich ihm zugehört (er ist mir schon auf Facebook aufgefallen – das wäre eine interessante Runde geworden). Stattdessen beschließe ich, die Runde komplett ausfallen zu lassen und mir eine Dröhnung Aspirin aus meiner magischen Box zu holen. Ein halber Liter Wasser hinterher – 15 Minuten später geht’s mir schon viel besser.

14.30 bis 15.00 Uhr: Kaffee-Pause

Wie soll ich meine Kaffeepause beschreiben? Ich mache wieder ein Sit-in an der Wand. Auf dem Boden. Neben der Steckdose. Aber mit Kuchen! Das ist doch schon mal eine deutliche Verbesserung.

15.00 bis 15.45 Uhr: 5. Tischgespräch-Runde

An Tisch 7 sitzt mein BVjA-Kollege Tobias Kiwitt. Er ist Anwalt für Medienrecht und möchte mit uns über irre Klauseln in einem Verlagsvertrag sprechen.

Tobias hat extra einen fiktiven Vertrag mitgebracht, den er mit uns durchgeht. Mit „fiktiv“ meine ich hier, dass er bekloppte Vertragsklauseln zusammengesucht und in einem Dokument zusammengefasst hat.

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Die Tischrunde mit Tobias hat sich echt gelohnt. Ich nehme wichtige Hinweise mit. Hier ein paar Beispiele:

  • Einen Vertrag nachzuverhandeln ist üblich. Kein Grund zur Schnapp-Atmung.
  • Weicht der Verlagsvertrag extrem vom Normvertrag ab, sollte man unbedingt skeptisch werden!
  • Je genauer die Vereinbarungen im Vertrag festgelegt sind, desto besser. Anstatt „Veröffentlichung im Herbst“ sollte man also lieber auf ein konkretes Datum pochen.
  • Immer wieder gut: Das Urheberrecht kann man nicht abtreten oder verkaufen! Verfasst man einen Text, ist man der Urheber. Das Urheberrecht besteht bis 70 Jahre nach dem Tod. Ist doch schön. Da haben die Enkel auch noch was davon.

Intermezzo: Migräne-Anfall der Technik

Na toll! Mein Telefonino will nicht mehr. Der Akku hat Migräne.

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Kaum ist Tobias‘ Tischrunde zu Ende, sprinte ich zu Leander Wattig.

„Leander, hast Du einen Handy-auflad-Zauberkasten?“
„Nein, aber hier sind doch überall Steckdosen.“
„Ja, an der Wand. Schon klar. Aber mein Ladekabel reicht nicht bis zu den Tischen.“
„Tja … dann weiß ich auch nicht …“

Okay, ich muss die Lage akzeptieren. Et is wie et is.

„Na gut, danke. Ist ja kein Beinbruch. Dann kann ich halt jetzt nicht mehr twittern.“

Da geht ein Ruck durch Leander. Das ist vergleichbar mit dem Moment, in dem sich Clark Kent das weiße Hemd aufreißt und man das Superman-Emblem darunter erkennt. Das kann man nicht beschreiben, das muss man selbst erleben. Leander ist offenbar auf den Ausdruck „nicht mehr twittern können“ konditioniert oder so.

Er sucht den Raum ab. Prüft, an welchem Tisch ich sitze (Tisch 6 bei Susanne Kasper). Wo ist denn da die nächste Steckdose?

Suse hat die Lösung: Sie hat nämlich einen Mutanten-Handy-auflad-Zauberkasten dabei, um ihren Laptop zu betreiben. Und sie hat da noch eine USB-Andockstation für mich übrig. Leander entspannt sich. Alles gut. Frau Zwitscherling kann weitermachen.

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Falls ich das in Leipzig vergessen habe: Danke, Susanne! Bist ein Schatz! Danke auch an Leander – ich weiß, Du hättest eine Lösung gefunden.

15.45 bis 16.30 Uhr: 6. Tischgespräch-Runde

Susannes Thema lautet „Literatur-Communities richtig nutzen: Über Leserunden, Blogtouren, Leseaktionen“.

Tja, jetzt hab ich alle so jeck gemacht, damit ich twittern kann – aber so viel twittere ich gar nicht mehr. Es ist einfach so interessant, was Susanne erzählt, dass ich schlichtweg zuhören muss. Sie kennt sich wirklich mit Social Media-Marketing aus. Und da gibt es so viele Möglichkeiten! Im Geist spiele ich schon durch, was davon ich auf mein eigenes Buch anwenden würde, wenn’s denn endlich mal soweit sein sollte …

Und schon ist die Tischrunde vorbei. Wann ist das denn passiert? Die anderen TeilnehmerInnen beschmeißen Suse mit Visitenkarten. Sie hat nämlich eine Liste mit Communities, die für AutorInnen relevant sind. Gibt man ihr die E-Mail-Adresse, erhält man die Liste (oh Mist! Ich muss sie ja auch noch danach fragen …).

16.30 bis 17.00 Uhr: Happy Hour und Sprint zum Autorenwelt-Stand

Die Happy Hour mache ich nicht mehr komplett mit. Ich mache mich auf den Weg zu Halle 5, zum Autorenwelt-Stand. Da lerne ich auch meinen Autorenwelt-Kollegen Alex kennen. Man erkennt ihn am Laptop, der ihm an den Fingern festgewachsen ist.

Nach der Messe gehen wir zusammen essen und stoßen auf die Buchpreisbindung an. Einfach so. Weil wir können.

Meine Kolleginnen erzählen, dass das Lektorat-to-go, das es am Uschtrin-Stand gegeben hat, richtig gut ankam. Das wusste ich aber schon vorher – viele haben der Autorenwelt dafür nämlich ein „Danke“ auf Twitter dagelassen.

Alles in allem war heute wirklich ein besonderer Tag: Ich habe

  • das Bermuda-Dreieck und Bestseller-Viren überlebt
  • grünen Pinguinen getrotzt
  • mehrfach eine Handy-Akku-Migräne-Attacke überwunden
  • und Kuchen gegessen.

Und das gab’s alles im Paket der Leipziger Autorenrunde 2016. Da erlebt man mehr an einem Tag als andere in einer Woche.

Oder was meint Ihr?

Liebe Grüße
Eure Jasmin

2 Kommentare

  1. Liebe Frau Zipperling, das klingt etwas infantil, aber der erste Gedanke war:“Kann ich mitspielen?“ Herrlich, hört sich an, als wenn das der Ort wäre, wo ich meine Fettnäpfchensammlung gepflegt erweitern könnte… Und der lernbegierige Schreiber viele spannende Menschen trifft und noch viel interessantere Dinge lernt. Danke schön!

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Deine Jasmin