Die Leipziger Buchmesse 2016 – geplatzte Verabredungen, nette KollegInnen und süße Sanitäter

Die Leipziger Buchmesse 2016 – geplatzte Verabredungen, nette KollegInnen und süße Sanitäter

Hallo, Ihr Lieben!

Für mich startete die Buchmesse am Freitag. Der Plan war, zuerst eine Verabredung um 10 Uhr wahrzunehmen und dann in Halle 5 zum Stand der Autorenwelt zu gehen, wo ich zum ersten Mal live und in Farbe auf einige TeamkollegInnen treffen wollte. Mein Terminkalender stand kurz vor der Platzeritis.

In der Wohnung werfe ich noch einen kurzen Blick in die Tasche: Visitenkarten, Kopfschmerztabletten, FC-Köln-Kulli, Flasche Wasser – alles da, was man zum Überleben auf der Messe braucht.

Die Herausforderung, cool zu bleiben

9:40 Uhr. Ich habe um 10 Uhr eine Verabredung. Als Treffpunkt haben wir „vor den Rolltreppen“ vereinbart. Jetzt stehe ich in der Glashalle und merke, dass das eine saublöde Idee war.

Auf dem Messegelände gibt es mehrere Rolltreppen. Ich habe keine Ahnung, ob ich überhaupt vor der richtigen stehe. Sogar wenn meine Gesprächspartnerin vor der gleichen Treppe stehen sollte, besteht die Gefahr, dass wir uns nicht sehen, weil hier gerade so viele Menschen hereinströmen.

10:00 Uhr. Sie wird sicher jeden Moment kommen.

10:05 Uhr. Bleib cool, Jasmin. Ist ja nicht jeder so ne Pedantin wie Du.

10:10 Uhr. Sie wurde sicher aufgehalten.

10:15 Uhr. Shit! Ich stehe garantiert vor der falschen Treppe!

Ich hetze quer übers Messegelände. Am Hintereingang gibt es schließlich auch noch Rolltreppen. Sie steht bestimmt da und wartet auf mich. Total verärgert, weil ich nicht auftauche.

Endlich erreiche ich die anderen Rolltreppen. Aber hier ist auch niemand.

Wenn ich jetzt eine Telefonnummer hätte, unter der ich meine Verabredung erreichen könnte, wäre das die Lösung.

Seufz.

Ich hab aber keine Nummer.

Doppelseufz.

Ich muss es einsehen: Meine Verabredung ist geplatzt. Blöd.

Der Stand der Autorenwelt

Mein nächstes Ziel ist Halle 5. Der Uschtrin Verlag und die Autorenwelt haben dort ihre Stände nebeneinander aufgebaut.

Der Uschtrin Verlag präsentiert dort natürlich seine Bücher (wie das Handbuch für Autorinnen und Autoren) und seine beiden Fachzeitschriften: die Federwelt und den Selfpublisher. Am Stand treffe ich auf Sandra Uschtrin, Angelika Fuchs, Ingrid Haag und Anke Gasch. Anke habe ich von unterwegs bereits angerufen und ihr von meiner geplatzten Verabredung vorgeheult. Für meine Verhältnisse beruhige ich mich aber relativ schnell – vor allem, weil ich jetzt endlich mein neues Armband erhalte.

In der Februar-Ausgabe der Federwelt konnte man einen Streifen ausschneiden. Mit dem bekommt man nun am Messe-Stand ein grünes Armband mit der Aufschrift „Heute schon geschrieben?“- passend zu den Ratgebern von Diana Hillebrand, die ebenfalls im Uschtrin Verlag erschienen sind.

Heute schon geschrieben?

Mein „Heute schon geschrieben?“-Armband

Da meine Begrüßung wie immer ein wenig … sagen wir mal „lebhaft“ ausfällt, merken meine KollegInnen am Autorenwelt-Stand nebenan auch, dass ich angekommen bin.

Eva führt gerade ein Gespräch, das sie nicht abbrechen kann. Aber Will kommt vorbei – und er hat etwas für mich: mein Autorenwelt-Shirt! Yay! Dobby hat jetzt Kleidung und ist ein freier Elf! (Wenn Ihr den nicht versteht, ist das nicht schlimm. War’n Nerd-Witz).

Ab und zu schiele ich immer mal wieder auf mein Telefonino. Aha! Eine Nachricht. Meine 10 Uhr-Verabredung versucht mich heute noch am Autorenwelt-Stand zu treffen. Na, dann kann ich ja beruhigt hier bleiben.

Also: Shirt anziehen, Eva begrüßen und los geht’s! Ursprünglich hatte ich mir viele Termine für Vorträge und Workshops in meinen Kalender eingetragen. Ich nehme aber keinen davon wahr. Das ist überhaupt nicht schlimm – im Gegenteil. Es macht mir riesigen Spaß, am Autorenwelt-Stand auszuhelfen. Ich beantworte Fragen zum Shop (dazu könnt Ihr mein Interview mit Will in meinem Blog lesen) oder erkläre ganz allgemein, was es mit der Plattform der Autorenwelt auf sich hat.

Zippi im Erklär-Bär-Modus

Zippi im Erklär-Bär-Modus

Wenn man nicht genug isst und trinkt …

Mittagszeit. Eva und Will gehen etwas essen. Ich spüre meinen Magen auch schon. Aber ich kann hier nicht weg. Gerade DANN würde meine Verabredung auftauchen. Das wäre ja blöd.

Meinen Magen zu ignorieren ist nicht gerade die schlauste Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe. Langsam merke ich, dass mir schwindelig wird. Und die Luft in Halle 5 ist auch nicht sooo toll. Als meine Teamkollegen zurück sind, versprechen sie mir, mich sofort anzurufen, wenn jemand für mich zum Stand kommen sollte. Ich gehe auf Nahrungssuche.

Auf dem Weg zum nächsten Brezelstand merke ich, dass mein Kreislauf schlapp macht. Mir wird schwindelig und ich muss mich dringend hinsetzen. Zum Glück sind meine BVjA-Kollegen Tobias und Ralf bei mir. Sie verständigen zwei Sanitäter, die ein paar Minuten später bei uns sind.

„Frau Zipperling, Sie sind ziemlich blass im Gesicht. Wie viel haben Sie denn heute schon getrunken?“, fragt mich die Sanitäterin mit einem Blick, der sagt: Schätzelein, erzähl mir nix – ich kenne Deine Antwort sowieso schon.

Ts … Da ist die bei mir an der falschen Adresse! Ich habe doch heute Morgen extra noch eine Flasche Wasser eingepackt. Ich weiß doch, dass man auf der Messe ausreichend trinken muss. Mit schwach-triumphierendem Grinsen (mehr lässt mein Kreislauf gerade nicht zu) ziehe ich meine Wasserflasche aus der Tasche und halte sie der Sanitäterin hin.

Oh … ähm … Ups.

Hochmut kommt vor dem Kreislaufzusammenbruch. Tatsächlich fehlt nämlich in meiner Flasche nur ein winziger Schluck. Oh Mann. Ich hab echt vergessen zu trinken!

Die Sanitäterin bleibt entspannt. Sie stellt mich vor die Wahl:

„Entweder Sie trinken jetzt in unserem Beisein 1,5 Liter Wasser oder Sie kommen mit uns mit, legen sich auf eine Liege und trinken dort was.“

„Hinlegen“ klingt toll, also gehe ich mit. Ich bitte Tobias und Ralf noch, bei der Autorenwelt Bescheid zu geben. Ich werde ja in den nächsten Minuten nicht zum Stand zurückkehren.

Leipzig’s next Top-Sanitäter

Im Sanitäter-Raum krabble ich auf die Liege und darf den ersten halben Liter exen. Du lieber Himmel! Wer hätte gedacht, dass trinken alleine so anstrengend sein kann? Meine Sanitäterin ist aber noch nicht zufrieden. Da muss der nächste halbe Liter hinterher.

Hallo?! Hatten wir uns nicht darauf geeinigt, dass ich mich HINLEGEN darf? Ich sitze sicher schon eine halbe Stunde auf der Liege, als ich den Liter endlich vervollständigt habe. Jetzt darf ich mich lang machen. Das Wasser in meinem Bauch gluckert dabei fröhlich.

Da öffnet sich die Tür.

Es gibt Momente, in denen sieht man umwerfend aus – und es passiert nichts. Und dann gibt es Momente, in denen man mit blutleerem Gesicht und dunklen Augenringen auf einer Liege mit Papierlaken vor sich hin siecht – und ein total süßer Sanitäter mit dunklen Haaren, blauen Augen, Dreitagebart und Brille hereinkommt. Neben ihm sein Kollege. Blonder Typ der Marke Surfer. Danke, liebes Schicksal. Du. Mich. Auch.

Meine Sanitäterin verabschiedet sich. „Ich muss wieder los, aber Sie sind hier bei meinen Kollegen in den besten Händen.“

Der Dreitagebart stellt sich neben meine Liege und sieht auf mein Namensschild. „So, Frau Zipperling. Wie geht es Ihnen denn? Brauchen Sie etwas?“

Zum Glück bin ich ja nie um einen lässigen Spruch verlegen. McDreamy werde ich jetzt mit meiner Persönlichkeit einfangen. Jedenfalls ist das mein Plan. Allerdings bahnt sich der Liter Wasser gerade seinen Weg durch meinen Körper. Daher lautet der erste Satz, den ich zu McDingens sage: „Äh … ich müsste mal zur Toilette.“

Echt, mein Charme ist heute wieder unwiderstehlich.

Mit meinem Kreislauf geht es nun aber schnell bergauf. Mein Magen fühlt sich zwar noch ein bisschen flau an, aber mir ist nicht mehr schwindelig. Ich bedanke mich also artig und mache mich auf den Weg zurück zum Stand.

Meine Verabredung ist leider nicht mehr aufgetaucht. Dafür manifestiert sich ein Running Gag: Offenbar hat sich meine „Glanzleistung“ ein wenig herumgesprochen (zuerst Mundpropaganda, und dann noch, weil ich so schlau war, es auf Facebook zu posten). Dauernd fragt jemand, ob ich genug getrunken habe. Ich weiß noch nicht, ob ich das nervig oder süß finden soll.

Den Sticker habe ich mir aufs Shirt geklebt.

Den Sticker habe ich mir aufs Shirt geklebt.

Am Abend

Für den Abend sage ich alle Verabredungen ab. Es scheint mir besser zu sein, am Leipziger Hauptbahnhof Wasser zu kaufen und mich in der Wohnung einfach hinzulegen.

Guter Plan. Vernünftig.

Mit meiner neuen Bekanntschaft Timon (hab ich auf der Messe getroffen) quetsche ich mich in die Straßenbahn. Am Hauptbahnhof treffen wir auf Alex, Katja und Jens. Das sind meine Twitter-Bekanntschaften. Wobei ich Alex und Katja bereits gestern beim Pub’n’Pub kennen gelernt habe (vielleicht erinnert Ihr Euch: Alex ist mein persönlicher Held, weil er einen Handy-auflad-Zauberkasten besitzt). Wir quatschen eine Runde, dann verabschiedet sich Jens.

Jetzt muss ich mir aber echt eine Flasche Wasser kaufen. Die anderen drei begleiten mich. Dann möchte Alex etwas essen. Okay, es spricht ja nichts dagegen, wenn ich mich ein bisschen dazu setze. Aber DANN fahre ich gleich in die Wohnung und wässere mich!

Alex, Katja, Timon und ich haben eine lustige Zeit. Wir erzählen und lachen viel. Und ehe ich weiß, wie das nun wieder passieren konnte, haben wir zehn Uhr abends. Ich bin so ein Kameradenschwein! Hab allen gesagt, dass ich mich hinlegen werde und dann bleib ich abends doch weg.

Aber an diesem Tag lief ja sowieso nichts wie geplant.

Liebe Grüße
Eure Jasmin

2 Kommentare

  1. Hab’s gern gelesen und mehrfach kräftig gelacht. Ich mag Deine Schreibe!
    LG und ein kräftiges Prösterchen, zwinker.
    LG, Heike

    • Na, dann muss ich ja zusehen, dass ich gleich den nächsten Beitrag hinterher schicke. 😉

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Deine Jasmin