„Getriebene“ von Sven Hensel

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Genre: Drama/Theaterstück
ISBN: 978-1522857006
Preis: 6,95 Euro (Taschenbuch), 2,99 Euro (E-Book)

In „Getriebene“ geht es um Herbert Schlüter, der in einem Altersheim lebt. Er ist 76 Jahre alt und für sein Alter geistig und auch körperlich noch sehr fit. Täglich wird er mit den Grenzen konfrontiert, die ihm sein Aufenthalt im Altersheim aufzeigen. Die unterschiedlichen Leben, die er (geregelter Tagesablauf im Altersheim) und sein Sohn mit seiner Familie (hektischer Arbeitstag mit vielen Terminen) nun führen, lassen ihm ebenfalls das Herz schwer werden.

Ich gebe zu, dass ich mich vor der Lektüre nicht eingehend mit dem Thema „Altersheim“ befasst habe. Gleich beim ersten Auftritt haben mich daher die Lebensumstände der Bewohner ziemlich schockiert. Die Lektüre hat mich vom ersten Moment an aufgewühlt. Sollte ich mal Herzprobleme haben, kann ich so was nicht mehr lesen.

Sven Hensel - GetriebeneBesonders gefallen haben mir die Szenen, in denen Herbert auf seine Familie (also seinen Sohn und/oder seine Schwiegertochter und seine Enkel) getroffen ist. Durch die unterschiedlichen Leben, die die Charaktere führen, waren die Konflikte vorprogrammiert. Das Interessante daran war für mich, dass ich beide Seiten verstehen konnte. Die Dialoge haben mir das aber auch sehr leicht gemacht – die sind einfach klasse!

Das Theaterstück lässt seine Leser viele Gefühle durchleben. Man ist genervt (siehe Gerda), traurig, hilflos, erbost – möglicherweise auch mal schockiert. Humor? Gibt’s auch. Hier mein Lieblingsbeispiel:

Manfred: Habt ihr etwa die halbe Flasche schon ohne mich getrunken und mir nicht einmal Bescheid gesagt?
Herbert: Du trinkst doch gar keinen Whiskey mehr!
Manfred: Aber ich hätte ja wieder anfangen können!

Zitat aus dem 6. Auftritt, Seite 59


Fazit:
„Getriebene“ ist ein kurzweiliges Theaterstück, das man gerne in einem Rutsch durchlesen kann. Falls man nicht zwischendurch mal Luftholen muss. So wie ich. Nach dem fünften Auftritt. Der hat mich emotional sehr bewegt. Ich habe das Buch trotzdem sehr gerne gelesen und empfehle es ausdrücklich weiter. Hier aber noch ein Wort der Warnung: Bei der Lektüre denkt man nach! Passiert ganz von selbst und man kann nichts dagegen machen.

Nähere Informationen zu Sven Hensel und seinen Bücher findet Ihr hier.

PS: Mein Lese-Erlebnis habe ich übrigens getwittert. Ihr findet es dort unter dem Hastag #Getriebene.