Leipziger Buchmesse 2017 – Samstag, 25. März 2017

Leipziger Buchmesse 2017 – Samstag, 25. März 2017

Was bisher geschah …

Samstag, 25. März 2017

Hallo, ihr Lieben!

Auf den Messe-Samstag hatte ich mich schon lange gefreut, denn der Samstag auf der Leipziger Buchmesse bedeutet vor allem eines: AUTORENRUNDE!!! (hysterisches Fangekreische)

Der Tag beginnt schon mal super, weil ich beim Frühstück merke, dass Annie Stone im selben Hotel nächtigt wie ich. Darüber freue ich mich sehr. Und so muss ich nicht alleine frühstücken.

Dann eile ich zur Messe. Einlass im CongressCenter Leipzig (kurz: CCL) ist ab 09:30 Uhr. Am Eingang bekomme ich erst einmal meine Goodie Bag.

Eine schöne Überraschung am Morgen: Meine liebe Toni hat mir eine Tasche genäht (Jawohl! Selbstgemacht!) …

… und mit Kinderriegeln gefüllt.

Hach … Toni … ich habe mich sehr über dein Geschenk gefreut. 🙂 Vielen lieben Dank!

Und dann ist er da. Einer der erfolgreichsten deutschen Autoren. Sebastian Fitzek. So. Da führt kein Weg dran vorbei, ich muss den jetzt fangirlen. In Gedanken an meine Backstreet-Boys-und-Zahnspangen-Zeit flitze ich quer durch den Raum und falle über den Autor her: „Herr Fitzek, ich habe ‚Pupsi & Stinki‘ gelesen!“

Ach so … Hatte ich schon erwähnt, dass ich für Fitzeks Thriller zu zart besaitet bin? Ich habe nur sein Bilderbuch gelesen.

Wir unterhalten uns zwei Minuten, dann schreite ich beseelt zu meinem Platz zurück. Ich habe mit Sebastian Fitzek gesprochen! Näää, wat is‘ dat schöööön!

10:00 Uhr: Der Buchmessedirektor Oliver Zille begrüßt uns.

Julia sitzt neben mir am Tisch. Sie lehnt sich zu mir rüber. „Sag mal, wo ist Leander?“

Ich sehe mich um, aber ich kann den Organisator der Autorenrunde auch nicht entdecken und zucke mit den Schultern. „Er ist hier sicher irgendwo.“

Oliver Zille spricht weiter: „Falls Sie sich wundern, warum ich so langsam spreche – Leander Wattig steckt im Stau.“ Gelächter aus dem Publikum. „Aber er war vier Jahre pünktlich, da ist das heute sicher nicht so schlimm.“

Eine Lösung haben die Herren sich auch schon überlegt: Sebastian Fitzek, der die Keynote Speech zur Autorenrunde halten soll, wird einfach länger sprechen, um die Zeit zu überbrücken, bis Leander ankommt.

Man kann es nicht anders sagen: Sebastian Fitzek ist ein toller Redner. Er ist authentisch, sympathisch – und erzählt uns auch von seinen Niederlagen. Er ist nahbar. Mir gefällt, dass er sich dafür ausspricht, dass AutorInnen sich gegenseitig unterstützen sollten. Und das Beste: Wir dürfen ihm Fragen stellen, die er ausführlich beantwortet.

Allerdings werde ich langsam nervös. Laut Zeitplan läuft die erste Tischrunde bereits, aber Sebastian Fitzek redet noch. Das macht er auch echt gut und sicher sind alle froh, dass sie die Gelegenheit haben, ihn mal zu löchern. Andererseits … wir sind schließlich wegen der Tischrunden da. Aber ich kann ja auch nicht einfach aufstehen und durch den Raum rufen: „So, Herr Fitzek. Jetzt machen wir mal den Schweige-Fuchs!“ Ich bin ja nicht bescheuert.

Ich zücke also mein Telefonino und twittere.

Meine Hoffnung: Vielleicht können wir TeilnehmerInnen uns so untereinander verständigen und niemand stellt Herrn Fitzek weitere Fragen.

Die nächste Wortmeldung. Eine Frau ruft durch den Raum: „Wir würden gerne mit den Tischrunden beginnen.“

Ooooookay … so geht’s auch. Sebastian Fitzek nimmt’s uns anscheinend nicht übel, er lacht und verabschiedet sich.

10:30 Uhr 10:45 Uhr: 1. Tischrunde „Warum das Schreiben von Kinderbüchern zur Königsdisziplin gehört“ mit Stefanie Leo

Ich sitze bereits an Stefanies Tisch. Sie ist der Kopf der Bücherkinder. Bei ihr rezensieren Kinder und Jugendliche die Bücher, die auch für sie geschrieben wurden. Da kommen oft andere Meinungen heraus, als wenn ein Erwachsener ein Kinderbuch läse. Stefanie zeigt uns auch, wie lang ein Buch für Erstleser ist.

Es ist echt toll, was Stefanie da macht. Aber, um es direkt vorweg zu schicken: Ihr könnt ihr nicht einfach euer Buch schicken, damit die Bücherkinder es lesen. Fragt sie besser vorher.

11:15 Uhr 11:30 Uhr: 2. Tischrunde: „Black Box Buchhandel: Wie kommt (m)ein Buch in die Buchhandlung und was tut es da? mit Judith Poznan

Judith Poznan ist Kolumnistin, Bloggerin und gelernte Buchhändlerin. Sie erzählt uns, wie ihre Beziehung als Buchhändlerin mit Autorinnen und Autoren läuft, und macht uns Mut. Wir sollen uns nicht als BittstellerInnen empfinden, wenn wir in eine Buchhandlung gehen. Wenn das Buch zum Schwerpunkt des Geschäfts passt, kann man da auch ruhig nachfragen – allerdings bitte nicht im Dezember! Da sind BuchhändlerInnen zu beschäftigt.

Ein Tweet, den ich aus dieser Runde absetze, wird noch ein Nachspiel haben. Judith erzählt, dass sie in ihrem Buchladen die Erfahrung gemacht hat, dass sich Bücher mit grünem Cover schlechter verkaufen als andersfarbige Bücher. Ich habe ja nur 140 Zeichen Platz und möchte auch nicht verpassen, wenn es wieder was Tolles zu twittern gibt, also schreibe ich:

Alter! Was nach diesem Tweet abgeht! Da kommen Antworten, die auf Karl May, George R. R. Martin und Tolkien verweisen. Von Buchfaschismus ist die Rede. Ich hätte nicht gedacht, dass euch die Farbe des Covers so erregen kann.

→ Einschub: In der Woche nach der Buchmesse greife ich diesen Tweet mit der Autorenwelt übrigens auf und lasse euch unter einem eigens dafür erstellten Hashtag grüne Bücher zeigen, die euch begeistern. 🙂

12.00 Uhr 12:15 Uhr: Mittagspause

Die Pause kürzen wir von 60 auf 45 Minuten. Immer noch ausreichend und wir sind wieder im Zeitplan. Sehr gut. Ich mag es, im Zeitplan zu liegen.

Kommen wir mal zu einem einschneidenden Erlebnis an diesem Tag. Ihr müsst jetzt gut aufpassen, denn hierzu wird meine Biografin euch später genauestens befragen.

Leander Wattig ist eingetroffen, was mich natürlich freut. Ich begrüße ihn, wir plaudern und Susanne Kasper kommt dazu. Dann bekommt Leander diesen Blick. Ich meine … DIESEN BLICK!

Leander: „Sagt mal, habt ihr Lust, eine Session zu geben? Einer der Referenten ist krank und es wäre schade, wenn der Tisch leer bliebe.“
Suse: „Wann? Heute?“
Diabolisches Nicken von Leander.

Schon beginnen die beiden zu besprechen, welches Thema wir bespielen könnten. Erster Vorschlag: Buchblogger.

Ich: „Ich glaube nicht, dass ich viel über Buchblogger erzählen könnte …“
Leander: „Okay, worüber könntest du sprechen?“
Ich: „Netzwerken.“
Suse: „Oh ja, das ginge.“
Leander: „Gut, dann nennen wir das ‚Netzwerken im Literaturbetrieb‘. In einer halben Stunde, Tisch 1.

Meine Hände zittern. Und ich habe das Gefühl, dass Leander sich über meine Nervosität amüsiert. Der fiese Möpp.

Ein bisschen enttäuscht bin ich, weil ich mich sehr auf die nächsten beiden Tischrunden gefreut hätte. Tischrunde 3 wäre „Figuren, die von Herzen kommen“ mit Anke Gasch und Deniz Selek gewesen und Tischrunde 4 „Stimme, Ausdruck, Präsenz – der Autor als Performer oder was macht eine gute Lesung aus?“ mit Nina Maleika. Menno. Und das verpasse ich jetzt. Aber mal selbst die Referentin zu sein, ist auch cool. 🙂

Suse bringt sofort Struktur in unseren Vortrag.
Suse: „Machst du online und ich offline?“
Ich: „Okay. Machen wir eine Vorstellungsrunde?“
Suse: „Das entscheiden wir demokratisch.“

Zack! Schon steht die Tischrunde.

13:00 Uhr. „Netzwerken im Literaturbetrieb“, besser bekannt als „DER ABGRUND“

Leander kündigt den Beginn der dritten Tischrunde an.

Leander: „Jan Drees ist erkrankt, aber Susanne Kasper und Jasmin Zipperling haben sich bereit erklärt, an Tisch 1 eine Tischrunde zu „Netzwerken im Literaturbetrieb“ zu geben.

Zack! Zwei Leute an unserem Tisch stehen auf und gehen. Danke, ihr mich auch.

Natürlich ist es in Ordnung, wenn man einen Tisch bei der Autorenrunde verlässt und sich an einen anderen setzt. Aber Altaaaaa! Ich war nervöööhöööös.

Suse und ich müssen nun also zwei Mal 45 Minuten über Netzwerken im Literaturbetrieb sprechen. Die erste Tischrunde ist nicht voll besetzt, dafür sitzen aber ein paar liebe KollegInnen bei uns. Das gibt mir ein bisschen Sicherheit.

Wir machen eine kurze Vorstellungsrunde und dann frage ich einfach, was die Runde denn mehr interessiere: Online oder offline. Denn irgendwie sagt mir die Logik, dass wir den Part, der auf mehr Interesse trifft, zuerst besprechen sollten. Unsere Zeit ist ja begrenzt.

Suse fängt daher mit dem Offline-Part an und erzählt von Veranstaltungen und Barcamps, wie zum Beispiel dem Literaturcamp in Heidelberg (wer da nicht hingeht, ist ein Muggel!).

Mein Part lässt sich auf eine einzige Aussage zusammenstauchen: Wenn mir was gefällt, dann sage ich es. Und ich sage es laut. Gefällt mir der Text einer Autorin, dann schreibe ich ihr und sage das. Wenn ich ein tolles Buch lese, twittere ich es – und ich erzähle auch von den Stellen, die mir gut gefallen. Überhaupt sollten wir mehr das Augenmerk auf die Dinge richten, die gut sind und nicht immer meckern.

Keine Ahnung, wie das passiert, aber auf einmal referieren wir nicht mehr. Wir unterhalten uns einfach. Es ist ganz leicht. Ich packe eine Tüte mit Schokobons auf den Tisch. Und die ersten 45 Minuten sind um und anscheinend haben wir uns gut geschlagen.

Zu unserer zweiten Tischrunde kommen mehr Leute an den Tisch. Oha!

Hier sollen nur Suse und ich uns vorstellen. Danach beginnt Suse wieder mit dem Offline-Part. Auch hier stellen die TeilnehmerInnen Fragen. Ich rufe auch kurz Leander himself an unseren Tisch, damit er kurz etwas zum Eventkalender von Orbanism erzählt und irgendwie sind dann auch hier 45 Minuten um. Geschafft!

Und wir haben es gerockt! Yesssssssssss!

14:30 Uhr: Kaffeepause

Ich sammle das Schokoladenpapier ein, dann laufe ich zu Anke. Aber wie immer bei der Autorenrunde ist Anke auch bei der Pause eingespannt. Ich habe es noch nie erlebt, dass sie einfach vom Tisch aufsteht und geht. Sie muss immer noch fleißig Fragen beantworten. Schließlich kann ich ihr aber doch kurz erzählen, dass alles ganz gut gelaufen ist und auch bei ihr ist wohl alles im Lot.

15:00 Uhr: 5. Tischrunde: „Erzählperspektiven“ mit Diana Hillebrand

Diana Hillebrand kennt das Handwerk. Sie gibt in München Schreibseminare und der tolle Ratgeber „Heute schon geschrieben?“ stammt auch aus ihrer Feder. Bei der Autorenrunde erklärt sie, welche Erzählperspektiven es gibt und welche Merkmale jede für sich aufweist. Für die TeilnehmerInnen an ihrer Tischrunde hat sie sogar ein Handout vorbereitet.

Tipp von mir: In ihrem Ratgeber hat Diana eine Szene genommen und sie mit unterschiedlichen Erzählperspektiven umgesetzt. Das war das erste Mal, dass ich wirklich erkannt habe, wozu die Quälerei mit den Perspektiven gut ist. Vielleicht nutzt es euch ja auch was – lest mal rein.

Bevor ich gehe, stibitze ich noch was vom Tisch …

15:45 Uhr: 6. Tischrunde: „Humor besitzt man, Witze macht man – von der Kunst, lustig zu sein“ mit Peter Wittkamp

Was hab ich mich auf diese Tischrunde gefreut! Ich wollte schon immer mal wissen, wann etwas witzig ist. Peter Wittkamp erzählt uns etwas zu seinem Werdegang, wie er mit seinen KollegInnen arbeitet und durch wie viele Instanzen ein Witz gehen muss, bevor man ihn raushauen kann.

Was mir besonders gefällt: Peter mag Runninggags. Wenn AutorInnen einen Runninggag etablieren können, sollen sie es tun!

Er empfiehlt auch ein Buch, das ich mir sicher besorgen werde: „The Comic Toolbox: How to be funny even if you’re not“ von John Vorhaus. Ich bin gespannt!

16:30 Uhr: Happy Hour

Die Happy Hour läuft, wie eine Happy Hour laufen soll. Nette Gespräche, tolle Menschen um einen herum und Brezeln gibt’s auch. Nach einer halben Stunde mache ich mich auf den Weg in Halle 5 zum Stand, denn ich muss ja unbedingt erzählen, wie Suses und meine Tischrunde gelaufen ist.

Dann mache ich mich auf den Weg zur S-Bahn. In der Innenstadt schlendere ich noch ein wenig herum, dann mache ich mich auf den Weg zur Milchbar am Markt in Leipzig.

20:00 Uhr: BoD Bookdate

Zum ersten Mal veranstaltet BoD im Rahmen von „Leipzig liest“ ein Bookdate. Das ist ein „Abend mit Self-Publishing, vielen Autoren, Gesprächs- und Signierrunden, Lesungen und der „read my short“-Preisverleihung für Leser, Blogger und alle Schreib- und Bücherfans. Mit dabei sind u.a. die Autoren Sarah Saxx, Laura Newman, Sarah Stankewitz und Pea Jung. Der Eintritt ist frei.“ So steht es in meiner Einladung.

Ich bereue es nicht, hergekommen zu sein: Autorinnen, die ich bereits kenne, sind anwesend, eine professionelle Sprecherin liest aus ihren Büchern vor und verköstigt werde ich auch.

Das einzige, das stört: Ich habe kaum Netz. Wenn ich auf einer solchen Veranstaltung bin, möchte ich auch twittern, aber das geht nicht so gut. Dabei gibt es extra den Hashtag #Bookdate. Gggggggrrrrrrr …

Besonders beeindruckt mich übrigens das Kochbuch von Karina Both-Peckham, in dem jeder etwas findet. Es gibt sowohl vegane, als auch vegetarische als auch was-auch-immer-ich-jetzt-vergessen-habe Rezepte. Sie hat es im Selfpublishing veröffentlicht und hat mittlerweile Lesungen in großen Buchläden. Echt super.

Die Zeit verfliegt und auf einmal haben wir 22 Uhr. Auf dem Bahnsteig treffe ich auf dem Rückweg noch Jacqueline Vellguth und sie hat fast den gleichen Rückweg wie ich. Dit jefällt ma. Vor allem, als wir feststellen, dass wir am Sonntag den gleichen Flug Richtung Heimat gebucht haben.

Und so geht der dritte Messetag zu Ende.

MmM*

Liebe Grüße
Zippi

*das bedeutet „Morgen mehr Messe“

2 Kommentare

  1. Liebe Jasmin, das habe ich sehr gerne getan und hoffe, mit den Farben und Stoffen Deinen Geschmack ein wenig getroffen zu haben. Vielen Dank für die liebe Erwähnung und ich freue mich schon auf Dich in Heidelberg!
    Schokoladige Grüße, Toni

    • Es war soooooo lieb von dir und ich habe mich richtig gefreut. 🙂

      Bis in Heidelberg und schokoladige Grüße zurück! 🙂

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Deine Jasmin