Moin! Mein Name ist Jasmin Zipperling. Einige nennen mich Jasmin, andere Zippi. Ich höre aber auch auf „Hey du!“
Wer ich bin und was ich mache
Ich bin Kinderbuchautorin, Buchbloggerin, Teammitglied der Autorenwelt, freies Redaktionsmitglied der Fachzeitschrift „Federwelt“ und auch Korrekturhörerin für Hörbücher.
Wie bin ich zum Schreiben gekommen?
Wahrscheinlich bin ich einer der Autorinnen mit der schönsten Kindheit. Mir hat es nie an Büchern, Kuscheltieren und Hörspielkassetten gemangelt. Geschichten gab es in jedem Winkel.
Ich habe immer mal wieder angefangen zu schreiben. Als ich 14 war, habe ich einen 80 DIN A4-Seiten langen Teenager-Roman verfasst – und dann aus Versehen gelöscht.
Als ich 16 Jahre alt war, kam mir der Gedanke: Was würde passieren, wenn ein Hase gar kein Osterhase werden möchte? Vielleicht mag er Weihnachten ja viel lieber … Daraus hat sich die Geschichte rund um die kleine Häsin Hopsi ergeben. Es hat aber noch einige Jahre gedauert, bis ich die Geduld hatte, meine ersten Kinderbücher „Himmeldonnerglöckchen“ und „Zickiger Zuckerguss“ zu Ende zu schreiben.
Für „Himmeldonnerglöckchen“ habe ich den Lovelybooks Leserpreis 2019 in der Kategorie „Kinderbuch“ gewonnen. Mit „Zickiger Zuckerguss“ habe ich 2020 in derselben Kategorie Platz 2 erreicht.
Welche Bücher inspirieren mich?
Es gibt einige Bücher aus meiner Kindheit, von denen ich mich nicht trennen möchte, weil sie mir so viel bedeutet haben. Das sind zum Beispiel „Jim Knopf“ von Michael Ende, „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren“, „Der Räuber Hotzenplotz“ von Otfried Preußler und „Das doppelte Lottchen“ sowie „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner. Auch wenn ich sehr darauf achte, inklusiv zu schreiben, merkt man meinen Büchern sicher an, dass sie einen Zauber aus früheren Zeiten inne haben.
Welche Themen behandle ich in meinen Büchern?
In meinen Büchern ist mir ein freundliches und respektvolles Miteinander wichtig. Auf Inklusion lege ich großen Wert! Wir leben in einer vielfältigen Welt und ich möchte diese Vielfalt in meinen Büchern widerspiegeln. Daher nehme ich auch immer gerne das eine oder andere Sensitivity Reading bei meinen Büchern in Anspruch.
Was war das schönste Erlebnis seit Veröffentlichung meiner Bücher?
Ich sage immer: Bücher zu veröffentlichen erreicht Stellen, da kommt Schokolade nicht hin! Und ich meine es auch so. Es geschehen unzählige tolle Dinge, wenn ich meine Geschichten mit der Öffentlichkeit teile. Aber eine Situation ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:
In einer Kindertagesstätte saß ich mit den Kindern in der Turnhalle auf Matten, die die Erzieherinnen auf dem Boden ausgelegt hatten. Ich las aus „Himmeldonnerglöckchen“ vor und zeigte den Kindern natürlich auch die wunderschönen Illustrationen, die Esther Wagner für das Buch gezaubert hatte.
Eine Illustration zeigte eine Szene aus der Weihnachtsbäckerei, mit dem Engelchen Angelina. Angelina sieht nicht so aus, wie die Engel, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich kannte nur weiße, blond gelockte Engel. Angelina ist ein Schwarzer Engel, mit schwarzen Haaren und zwei lila Haarsträhnen. Sie backt die besten Plätzchen der Welt und ist die einzige, die dem frechen Weihnachtswichtel Michi Paroli bieten kann.
Unter den Kindern war auch ein Schwarzes Mädchen. Sie sah Angelina auf dem Bild und da ging ein Ruck durch ihren Körper! Kerzengerade hockte sie auf der Turnmatte und starrte die Illustration an. Das war für mich ein sehr besonderer Moment. Ich glaube, dieses Mädchen war es nicht gewohnt, jemanden in einem Buch zu sehen, der so aussieht wie sie.
Ich habe zu diesem Zeitpunkt natürlich schon gewusst, dass Repräsentation in Büchern wichtig ist. Aber ich glaube, die eigentliche Tragweite habe ich erst in diesem Moment begriffen.