Ich bin auf dem Cover von „der selfpublisher“!!!

Ich bin auf dem Cover von „der selfpublisher“!!!

Hallo, ihr Lieben!

Okay, so langsam habe ich es verdaut. Ich bin tatsächlich auf dem Cover der Fachzeitschrift „der selfpublisher„.

Ich erzähle euch mal, wie es dazu gekommen ist.

Angefangen hat alles auf dem Literaturcamp in Heidelberg. Meine Federwelt-Chefredakteurin Anke Gasch fand die Marketing-Session, die die Autorin Cally Stronk gehalten hat, total toll. Zu Recht! Ich habe mir die Session angesehen und Cally hat viele tolle und kreative Ideen, wie man ein Buch vermarkten kann. Anke hat jedenfalls angeregt, dass Cally für „der selfpublisher“ einen Marketing-Artikel schreibt.

Bis hierhin hatte das Ganze noch nichts mit mir zu tun … Aber dann!

Am 1. August 2018 brummt mein Telefonino. Eine Nachricht von Cally. Sie fragt, ob ich ein Bild von mir mit Kinderschokolade habe. „…vielleicht sogar mit deinem Anhänger, wie du da reinbeißt oder so.“ Damit meint sie die Kinderriegel-Kette, die mir Anabelle vom Blog „Stehlblüten“ geschenkt hat. Die habe ich auf dem Litcamp getragen und Cally ist sie dort aufgefallen.
Das Foto möchte sie für ihren Artikel haben, weil viele mittlerweile an mich denken müssen, wenn sie Kinderschokolade sehen. Keine Ahnung wieso … *hust*

Das finde ich natürlich großartig … allerdings gibt es einige Dinge, die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß. Was ich damit meine? Ich werde euch im nachfolgenden Abschnitt ganz dezent auf die Knackpunkte aufmerksam machen.

Ich baue also in meinem Wohnzimmer mein HANDY mit einem Stativ auf und mache Fotos von mir mit meiner Kinderriegel-Kette. Damit ich sehe, was ich da veranstalte und ob ich richtig sitze, möchte ich mich natürlich im Display sehen. Also schieße ich die Fotos mit der INNENKAMERA. Vier der Fotos finde ich ganz okay. Also schicke ich sie Cally per WHATSAPP.

Einschub: Diese unauffällig hervorgehobenen Wörter im oberen Abschnitt … all das hat dazu beigetragen, dass die Fotos qualitativ immer schlechter wurden. Wenn euch Journalisten oder ein Printmagazin um Fotos bitten, dann sollten diese Bilder eine Auflösung von 300 dpi haben. Mein Telefonino hat einfach keine Kamera, mit der ich solche Fotos schießen kann. Dann hab ich auch noch die Innenkamera verwendet. Die Innenkamera liefert schlechtere Bilder als die Außenkamera. Und wenn ihr Fotos per WhatsApp verschickt, werden die automatisch geschrumpft. Aber okay, das wusste ich da ja noch nicht. Das hake ich ab unter „Lehrgeld“.

Erst mal ist gar nichts mehr passiert. Ich habe auch nicht mehr an die Fotos gedacht. Dann kam der 23. August 2018. Da hatte ich auf einmal eine E-Mail von Sandra Uschtrin in meiner Mailbox:

„Liebe Jasmin,
das finde ich gar nicht abwegig, siehe unten.“

Siehe unten? What?

Ich scrolle, scrolle, schrolle … und mein Herz bleibt stehen.

Das bin ich! Auf dem Cover von „der selfpublisher“. Leider sehe aber sogar ich als Laie sofort, dass das Bild total verpixelt ist. Sandra und Peter, mein Kollege aus dem Layout, wollen wissen, ob ich das Bild in höherer Auflösung habe.

Na toll … ich verstehe von Bildbearbeitung so viel wie … na ja, ich verstehe wirklich gar nichts davon. Aber ich kenne zum Glück jemanden, der sich damit auskennt, daher …

„BENNIIIIIII!!!“

An dem Abend bin ich sowieso mit Benjamin Spang zum skypen verabredet. Also ziehe ich ihn direkt ins Vertrauen. Er ist sofort bereit, mir zu helfen und freut sich total, dass ich auf dem Cover landen könnte.
„Das würde ich an deiner Stelle aber niemandem erzählen!“, sagt er. „Die Überraschung kommt viel besser, wenn du auf einmal überall im Briefkasten liegst.“ Dann sorgt er noch für Ernüchterung: „Ich kann die Auflösung hochskalieren, aber es wird nicht dasselbe sein, wie wenn man das Bild direkt in guter Qualität gemacht hätte. Das Programm rechnet da jetzt Pixel hin, wo vorher keine waren.“

Wir versuchen es trotzdem. Diesmal verschicken wir das Bild auch nicht via WhatsApp, sondern mit WeTransfer.

Leider hat Benni Recht. Das Bild hat keine ausreichende Qualität für ein Cover. Sandra und auch Angelika, meine Autorenwelt-Kollegin, spüren, wie enttäuscht ich bin. Sie schicken mir einen Blogbeitrag nach dem anderen, in dem es um Bildbearbeitung geht. Die Texte überfordern mich. Ich müsste mich kurzfristig richtig reinknien, um überhaupt zu verstehen, was da alles steht. Meine Laune sinkt in den Keller. Das Foto erneut machen kann ich nicht, denn ich habe tatsächlich nur meine Handykamera. Das Ergebnis wäre also immer noch nicht gut genug.

Frustriert beginne ich, meinen Koffer zu packen. Am Wochenende möchte ich Annika Bühnemann im hohen Norden besuchen. Die arme wird meine schlechte Laune sicher in der vollen Breitseite abbekommen. So’n Scheiß. Ich pfeffere eine Bürste ins Gepäck. Aber immerhin kann Annika nachvollziehen, wie das mit blöden Fotos ist, denn sie versteht ja was von – OH MEIN GOTT!

Wo ist das Telefon, verdammte Axt?! Sandras Nummer ist eingespeichert. Das geht klick-klick, tut-tuuut. Endlich nimmt sie den Hörer ab.
„Hi, hier ist Jasmin. Sag mal … Ich habe eine Idee. Ich fahre morgen zu Annika. Sie ist ja auch Fotografin und hat eine Kamera, mit der man gute Bilder machen kann. Angenommen, wir machen das Foto fürs Cover einfach noch mal neu – würde das zeitlich hinhauen oder geht das Magazin am Wochenende schon in den Druck?“
Sandra zögert. „Zeitlich passen würde es schon, aber du hast auf dem Foto so schön frech geguckt-“
„Ich kann wieder so gucken!“
„-und du hast dieses tolle schwarze Oberteil an.“
„ICH KANN DAS WIEDER ANZIEHEN!!!“
„Aber ihr wollt euch doch treffen und Spaß haben. Ihr wollt doch nicht eure Zeit mit dem Foto verplempern.“
Ich versichere ihr, dass ich es gerne versuchen möchte, dass Annika und ich trotzdem Spaß haben werden, dass ich immer nur bei grün über die Ampel gehe und überhaupt. Schließlich lenkt sie ein. Ich habe also noch eine Chance.

Annika ist tatsächlich bereit, eine kleine Fotosession mit mir zu machen. Am Samstag schnallt sie sich ihre kleine Tochter auf den Rücken, macht Musik an und fordert mich auf, ein bisschen zu tanzen. Vor Annika hab ich ja keine Hemmungen, ein bisschen rumzuhampeln. Und zwischendurch schneide ich auch ein paar Grimassen, denn es gilt ja auch, das kleine Bühnemädchen zu bespaßen. Aber die Kleine ist großartig und macht alles geduldig mit.

Die Fotosession ist meiner Meinung nach schnell vorbei. Annika wählt ein paar schöne Fotos aus, retuschiert sie ein bisschen (danke für die weißen Zähne!!!) und schickt sie direkt an Sandra. Puuuuh …

Dabei ist auch dieser Schnappschuss entstanden, den ich sehr liebe. Es geschieht nicht oft, dass ich mich selbst auf Fotos mag:

So … und jetzt überlege ich mal, wie viele Menschen ich damit beschäftigt habe, meine Eitelkeit zu befriedigen, damit ich aufs Cover kann: Cally, Sandra, Peter, Angelika, Benni und Annika. Das kann ich nicht bringen. Oder zumindest nicht noch einmal. Was jetzt passiert ist, ist nun einmal passiert. Aber an dieser Stelle mal ein fettest DANKE dafür, dass ihr das alle möglich gemacht habt!!!

Da ich aber sowieso schon einmal im Norden bin, berät mich Annika in Sachen Equipment. Sie zeigt mir ihre ganzen Foto-Sachen: Kameras, Lampen, Scheinwerfer … da kommt einiges zusammen. Ich erleichtere sie um einen Scheinwerfer und eine Kamera. Außerdem bestelle ich mir eine Fotowand, damit ich zukünftig einen guten Hintergrund für Bilder habe. Ich hoffe stark, dass ich nie wieder einen solchen Wirbel wegen eines qualitativ schlechten Fotos machen muss.

Für den Rest des Wochenendes hält Sandra sich derweil bedeckt. Da kommt kein Mucks zu den Fotos. Am Montag schreibe ich ihr eine E-Mail. Bin ich jetzt auf dem Cover? Hab ich es geschafft oder war alles umsonst? Sie antwortet: „Lass dich überraschen …“ mit gefühlt tausend Smileys dahinter. Benni ist sich sicher: „Wenn sie SO reagiert, bist du auf dem Cover!“ – bei mir bleiben Restzweifel. Ein paar Tage später erhalte ich eine E-Mail mit der „U1“ (also dem Cover):

WHOOP WHOOP! Ich hab’s geschafft!!! Wie geil ist DAS denn bitte? Ich werde den ganzen AbonnentInnen aus dem Briefkasten entgegen grinsen. Ich werde im Bahnhofsbuchhandel ausliegen. Ich werde in Frankfurt – OHMEINGOTTICHBINAUFDERAUSGABEDIEAUFDERBUCHMESSEAUSLIEGT!!!

Noch in der selben Woche ziehe ich los, lasse mir mein Cover vergrößert ausdrucken, rahme es ein und hänge es an die Wand.

Pf … ja klar. Als ob IHR das an meiner Stelle nicht auch getan hättet …

Als meine Eltern das Cover sehen, äußern sie übrigens ihre Wünsche nach einer Yacht und einem Caravan. Auf dem Litcamp in Hamburg muss ich tatsächlich ein paar Selfpublisher-Exemplare signieren. Und aus irgendeinem Grund erhalte ich dauernd die Rückmeldung, dass man von dem Bild Lust auf Schokolade bekommt … Keine Ahnung wieso … 😉

So, ich gehe mich noch ein bisschen freuen. Ganz dezent natürlich.

Was euch angeht: Bitte lernt aus meinen Fehlern. Ihr wollt professionell arbeiten? Dann arbeitet mit Fotos, die eine Auflösung von 300 dpi haben (natürlich nicht für Websites oder soziale Netzwerke, aber sonst schon).

Liebe Grüße
Eure Jasmin

3 Kommentare

  1. Liebe Jasmin,
    habe mich total gefreut, Dich auf dem Cover zu sehen! Und Du hast so Recht:
    Für Autor*innen sind professionelle Fotos Pflicht. Ich habe schon so viele verpixelte und unvorteilhafte Fotos von Kolleg*innen gesehen. Also daher auch mein Aufruf: Geht zum Fotografen oder der Fotografin Eures Vertrauens und investiert in gute Autorenportraits! Der Moment, wenn man das Foto braucht, kommt gewöhnlich ganz unverhofft.
    Liebe Grüße, Ricarda

  2. Hallo Zippi,
    Meinen Glückwunsch zu diesem tollen Titelbild.

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